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 Piercing, Körperschmuck mit Gefahren

Newsgast schreibt "Beim Piercen ist Hygiene oberstes Gebot
Piercings sind in Mode. Rund zwei bis drei Millionen meist junge Menschen in Deutschland tragen den Körperschmuck. Doch verbergen sich hinter dem Durchstechen von Körperteilen auch Gefahren.
Am häufigsten werden Ohrläppchen, Ohrknorpel und Bauchnabel mit Piercings versehen. Andere bevorzugte Stellen sind Augenbrauen, Lippen, Nase, Zunge oder Brustwarze, aber auch der Intimbereich.

Mit einer Hohlnadel wird die gewünschte Körperstelle durchstochen. Danach wird der ausgewählte Schmuck angebracht.
Gesundheitliche Risiken:
Nach einer Bremer Studie treten beim Piercen bei fast jedem Fünften Komplikationen auf. Am häufigsten kommt es zu Allergien und lokalen Infektionen. Bei unsachgemäß durchgeführten Piercings kann es unter Umständen zu lebensgefährlichen Blutvergiftungen oder zu einer Ansteckung mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV kommen. Andere mögliche Folgen sind Nervenschädigungen oder absterbendes Knorpelgewebe.
Ursache der Gesundheitsrisiken sind meistens unhygienische Bedingungen unter denen ein Piercing durchgeführt wird. Eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Piercer gibt es in Deutschland nicht. Bislang reicht ein Gewerbeschein, um ein Piercing-Studio betreiben zu können. Nur in einigen Städten kontrolliert das Gesundheitsamt die Studios.
Wer ein Piercing möchte, sollte sich unbedingt informieren und besonders folgende Punkte beachten: Die Behandlung sollte in einem separaten, sauberen und hellen Raum stattfinden. Der Arbeitsplatz sollte zudem gut ausgeleuchtet sein. In einem guten Studio muss in jedem Fall ein Sterilisationsgerät zu finden sein. Nach jedem Kunden müssen die benutzten Instrumente sterilisiert werden, bevor sie erneut genutzt werden. Das gilt auch für Instrumente, die bereitgelegt, aber nicht benutzt wurden. Besser noch ist es, wenn alle Instrumente steril verpackt sind und erst unmittelbar vor dem Eingriff geöffnet werden. Am sichersten sind Einweg-Instrumente.

Der Eingriff muss mit sterilen Handschuhen vom Piercer durchgeführt werden. Die Haut sollte vor dem Eingriff gründlich desinfiziert werden. Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollte bis zur Abheilung der Wunde nur Titan oder annähernd nickelfreier Implantanium-Schmuck verwendet werden. Bis zur endgültigen Abheilung benötigt die Wunde sorgfältige Pflege. Die regelmäßige Wundpflege kann bis zu zwei Monate dauern.
Der Piercer sollte... ...von selbst ausführlich über alle Punkte informieren. Wird in einem Studio ein Gespräch über Sauberkeit und Infektionsvorsorge abgelehnt, sollte man sich dort nicht piercen
lassen.
Ein Piercing ist nicht schmerzfrei. Wie stark der Schmerz empfunden wird, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen empfinden nicht mehr als einen Pieks oder ein Kribbeln. Auch die Körperstelle ist dafür entscheidend. An Stellen, an denen die Haut dünn ist, wird der Schmerz erfahrungsgemäß stärker empfunden als an anderen Körperpartien. Patienten mit Diabetes, Infektionskrankheiten, Bluterkrankheit und Bluterneigungskrankheit und Menschen, die eine Thrombosebehandlung erhalten, dürfen sich nicht piercen lassen. Auch bei Geschlechtskrankheiten darf kein Intimschmuck gesetzt werden.
Vor dem Piercing muss, wie bei einer medizinischen Operation auch, eine Einverständniserklärung abgegeben werden. Sogar für das Schießen eines Ohrlochs braucht man diese Einverständniserklärung. Rechtliche Fragen sollten immer vorher geklärt werden. Das Piercen von Minderjährigen ohne Einwilligung der Eltern ist verboten. Piercing, Körperschmuck mit Gefahren"



 
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